Die Implementierung eines MES software (Manufacturing Execution System) ist für viele Industrieunternehmen eine strategische Herausforderung. Dieses Fertigungssteuerungssystem verwaltet, verfolgt und überwacht die Herstellungsabläufe in einer Werkstatt oder Produktionsstätte. Seine Aufgabe ist es, Maschinen und Bedienpersonal zu kontrollieren und die Nachverfolgbarkeit aller Produktionsinformationen zu gewährleisten. Ein MES wird in der Regel in mehreren Etappen eingeführt. Dieser Leitfaden unterstützt Industrieunternehmen bei einer erfolgreichen Implementierung dieser wichtigen Software.
Anforderungen definieren
Zunächst geht es darum, den Umfang des Projektes zu bestimmen, indem man die Mindestanforderungen festlegt und bestimmt, welche Ziele mit dem System erreicht werden sollen. Generell gilt, dass das MES software die zentrale Plattform für die Verwaltung eines Produktionsbereichs sein wird.
Insofern müssen Sie eine Bestandsaufnahme machen, welche Infrastrukturen bereits vorhanden sind und wie die Prozesse aktuell im Unternehmen ablaufen. Gleichzeitig sollten Sie festlegen, wie die Mitarbeiter das implementierte System später nutzen sollen.
Fertigungssteuerungssystem (MES) auswählen
Bevor Sie sich für eine Fertigungssteuerungssoftware entscheiden, sollten Sie wissen, wie die Daten derzeit erfasst werden und wo die Schwachstellen des bestehenden Systems liegen. Sammeln Sie detaillierte Informationen über den Umgang mit den Daten und die Verwaltung der Datenbank und bestimmen Sie, wo Verbesserungsmöglichkeiten liegen.
Sobald Sie die Datenumgebung eingegrenzt haben, können Sie die grundlegenden Features definieren, über die das MES verfügen soll. Wichtige Features eines MES software sind beispielsweise:
- Qualitätskontrolle
- Datenbankmanagement
- Ressourcenmanagement
- Fertigungsplanung
- Artikelverwaltung
- Rückverfolgbarkeit der Produkte in Echtzeit
- Auftragsmanagement
Ein Manufacturing Execution System (MES) muss optimal in andere Systeme (ERP, SCADA usw.) integriert sein. Damit sich das Unternehmen schnell an Veränderungen in den Bereichen Angebot und Nachfrage anpassen kann, ist es sinnvoll, die Software zu personalisieren.
Implementierung planen
Nach der Entscheidung für eine bestimmte MES-Lösung muss die Implementierung des Manufacturing Execution Systems geplant werden. Es geht darum, einen exakten Zeitplan aufzustellen, der sowohl die Businessziele als auch den Strategieplan berücksichtigt.
Ein Projekt für die Implementierung einer Fertigungssteuerungssoftware geht über die reine Vernetzung von Maschinen zum Zwecke der Datensammlung hinaus und orientiert sich vor allem am Agilitätsprinzip. Es handelt sich um ein dynamisches Projekt, das gut vorbereitet und begleitet werden sollte, damit alle Teammitglieder ihre Verantwortungsbereiche kennen und zur guten Umsetzung beitragen können.
Funktionalitäten des MES konfigurieren
Die Konfiguration eines MES software erfolgt durch einen Integrator, der die Anforderungen des Unternehmens berücksichtigt. Dieser Spezialist richtet gemeinsam mit seinem Kunden ein System ein, das mit den unternehmensrelevanten Features ausgestattet ist. Ziel dieser Konfigurierung ist, die Software für die folgenden Etappen funktionsbereit zu machen.

Mitarbeiter schulen
Für die gelungene Integration eines MES ist die Schulung der Enduser eine unabdingbare Voraussetzung. Bevor die Lösung definitiv eingeführt wird, sollten die Mitarbeiter bereits die Grundlagen des neuen Tools kennen und beherrschen.
Diese Schulung kann durch den Integrator oder den Softwareanbieter erfolgen. In der Regel erstellt der Spezialist zu diesem Zweck im Vorfeld ein Projektteam. Auf diese Weise kann er die Beschäftigten in der Produktion bei der Einführung begleiten, sofern dies im ursprünglichen Plan vorgesehen ist.
Testen und validieren
Nun ist der Zeitpunkt gekommen, die konfigurierte Software in einer Testumgebung auf die Probe zu stellen. Das kann entweder virtuell oder unter realen Bedingungen geschehen. Ein solcher Test ist notwendig, um die erfolgten Anpassungen zu validieren. Gleichzeitig können sich die zukünftigen User mit dem Tool vertraut machen. Auf diese Weise entwickeln alle ein tieferes Verständnis für das MES, sodass dessen Integration reibungslos abläuft und das System dann im regulären Betrieb eine maximale Performance aufweist.
Manufacturing Execution System sukzessive einführen
Damit die Veränderung für das Unternehmen nicht zu plötzlich kommt, sollte die Einführung des MES zunächst auf eine Maschine oder eine Produktionslinie beschränkt werden. Verläuft dies positiv, kann die Implementierung des MES in der Folge rasch auf andere Anlagen oder sogar andere Produktionsstätten ausgeweitet werden, sofern deren Konfiguration dieselbe ist.
Dennoch sollte man den betroffenen Abteilungen ausreichend Zeit für die Einführung des Managementsystems geben. Wird die Veränderung akzeptiert, ist es einfacher, das Fertigungssteuerungssystem auf alle Fertigungsabläufe zu übertragen. Dieser Prozess unterstützt das Unternehmen bei der Erreichung seiner Ziele in Bezug auf die Digitalisierung.
Überwachen und optimieren
Das Steuerungssystem liefert Echtzeitdaten, sodass zahlreiche Informationen im Zusammenhang mit dem Produktionsprozess (Lagerbestände, Maschinen usw.) kontrolliert werden können. Entscheidungsträger in Industriebetrieben können auf Basis der vom MES gelieferten Daten fundierte Entscheidungen treffen, die Produktionsstätte optimieren und die Abläufe kontinuierlich verbessern.
Durch eine kontinuierliche Überwachung der Steuerungssoftware wird sichergestellt, dass das MES zuverlässig funktioniert und dass die notwendigen Anpassungen zur Optimierung der Prozesse vorgenommen werden.
Die Implementierung eines Manufacturing Execution System (MES) ist ein Entwicklungsprozess, der in mehreren Phasen abläuft, die von der Evaluierung der Anforderungen, über die Schulung der Mitarbeiter bis hin zur konkreten Inbetriebnahme des Tools reichen. Damit dieser Prozess ein Erfolg ist, sollten sich Industriebetriebe 4.0 an diesen strukturierten Ablauf halten. Eine gut geplante und umgesetzte Implementierung bietet einem Produktionsbetrieb viele Vorteile (Zeitgewinn, höhere Reaktivität, verlässlichere Daten usw.).



