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Was ist Business Intelligence?

Angesichts eines zunehmenden Konkurrenzdrucks und einer mehr und mehr um sich greifenden Unsicherheit in der Wirtschaftswelt wird es für Unternehmen immer schwieriger, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Dabei sind gut durchdachte Entscheidungen heute notwendiger denn je für das Wachstum. Vor diesem Hintergrund ist es nur natürlich, dass Unternehmen Hilfsmittel suchen, die ihre Entscheidungsprozesse vereinfachen. Eine verlässliche Lösung in diesem Fall ist Business Intelligence. Lesen Sie, was sich hinter dem Begriff Business Intelligence verbirgt und vor allem, wie Sie sie in Ihrem Unternehmen einsetzen können.

Grundlagen der Business Intelligence

Um zu erfassen, was sich hinter dem Begriff Business Intelligence verbirgt, sollte man die Bedeutung des Wortes kennen und wissen, wie sie entstanden ist.

Definition und Geschichte von Business Intelligence

Business Intelligence (BI), auch Geschäftsanalytik genannt, umfasst alle Prozesse für das Sammeln, Analysieren und Bearbeiten von Rohdaten, die dabei helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen. Der Ansatz basiert auf diversen Tools, Methoden und Techniken, deren Synergie zu dem gewünschten Ergebnis führt. Die theoretischen Grundlagen für Business Intelligence legte der deutsche Informatiker Hans Peter Luhn bereits im Jahr 1958. Konkretisiert und maßgeblich vorangetrieben wurde das Konzept dann in den 90er-Jahren durch Spezialisten wie Howard Dresner. 

Ab dem Beginn dieses Jahrtausends breitete sich Business Intelligence dank der Demokratisierung von Computern und Internet schnell aus. Angetrieben wurde die Entwicklung einerseits durch die rapide gestiegene Menge an Anwenderdaten, die es nun gab, und andererseits durch die Tatsache, dass Manager immer präzisere Informationen über die Funktionsweise ihres Unternehmens benötigten. Ab 2010 sahen vor allem Konzerne angesichts des nach wie vor rasant steigenden Datenvolumens und der immer größeren Komplexität die Notwendigkeit, die vorhandenen Informationen auszuwerten und die Möglichkeiten, die sich dadurch boten, zu nutzen. All das beschleunigte die Entwicklung von Business Intelligence in hohem Maße.

Schlüsselkomponenten von Business Intelligence

Business Intelligence beruht auf 4 zentralen Elementen. Zunächst geht es um das Sammeln von Daten. Dabei werden die Informationen aus verschiedenen Quellen innerhalb des Unternehmens zusammengetragen. Der zugrunde liegende Prozess nennt sich ETL (Extract, Transform, Load), was bedeutet, dass die Daten aus den Quellen extrahiert, transformiert und dann in eine Datenbank geladen werden. Als Nächstes folgt die Aufbereitung der Daten: Sie werden strukturiert und in speziellen Datenbanken (Data Warehouse bzw. Data Mart) zusammengefasst. Nutzer können dann auf sie zugreifen, wenn sie Abfragen im Hinblick auf anstehende Entscheidungen machen.

Die nächste Komponente betrifft die Präsentation bzw. die Darstellung der Informationen, damit diese in Form von Dashboards, Reportings oder statistischen Auswertungen usw. zur Verfügung stehen. Die Informationen sollen so aufbereitet sein, dass fundierte Entscheidungen schnell getroffen werden können. Die gesammelten Informationen können auch mithilfe von Tools wie z. B. dem OLAP-Würfel (OLAP Cube) ausgewertet werden. Dieser ermöglicht multidimensionale Datenanalysen und Data Mining, um Zusammenhänge zu erkennen.

Unterschied zwischen Business Intelligence und Business Analytics

Business Intelligence unterscheidet sich in mehreren Punkten von der klassischen Datenanalyse. Der größte Unterschied der beiden Ansätze besteht in ihrem Zweck. Business Intelligence nutzt die gesammelten Daten als Basis für die Entscheidungsfindung, während Business Analytics die Daten analysiert, um daraus Vorhersagen für die Zukunft zu machen.

Darüber hinaus unterscheiden sie sich durch die Art der verwendeten Daten. Bei Business Intelligence handelt es sich um strukturierte Daten, was bei der Datenanalyse nicht zwangsläufig der Fall ist. Ein letzter Unterschied besteht darin, dass Business Intelligence die Daten intern sammelt, Business Analytics sowohl intern als auch extern.

Business-Intelligence-Tools und -Technologie

Es gibt unterschiedliche Tools und Technologien, die im Zusammenhang mit Business Intelligence eingesetzt werden.

Welche BI-Technologien gibt es?

Unverzichtbar sind vor allem Tools für die Datensammlung. Dabei handelt es sich um ETL-Prozesse (Extrahieren Transformieren Laden), wie zum Beispiel Informatica, SSIS von Microsoft oder ODI von Oracle. Zusätzlich benötigt man zwingend ein sogenanntes RDBMS, ein relationales Datenbankmanagementsystem, um ein Data Warehouse bzw. einen Data Mart zu erstellen, das strukturierte Daten enthält (z. B. SQL Server, DB 2, MySQL, Oracle). Bei einer weiteren Kategorie technologischer Hilfsmittel geht es um die Darstellung der Daten. Lösungen wie Power BI, IBM Cognos oder OBIEE helfen beispielsweise bei der Erstellung von Dashboards.

Wenn Sie vorhaben, die Daten mithilfe einer BI-Lösung zu konsolidieren, können Sie den OLAP-Würfel (auch OLAP Cube genannt) nutzen. Weitere Technologien, die infrage kommen, sind SSAS, Hyperion ESSBASE und Power Pivot. Auch Methoden wie Datenanalyse und Data Mining sind eine Option. Gleiches gilt für Tools zur Datenvisualisierung, mit deren Hilfe sich die Informationen verständlicher darstellen lassen.

Jüngste Entwicklungen im Bereich BI: mobile Geräte, Cloud und künstliche Intelligenz

In den Bereich der Business Intelligence halten heute immer wieder neue Technologien Einzug. Dabei kann es sich um mobile Tools für Business Intelligence handeln, sodass Sie beispielsweise Entscheidungen direkt mit Ihrem intelligenten Smartphone treffen. Dies fördert die Akzeptanz von Business Intelligence und beschleunigt Entscheidungsprozesse.

Selbstverständlich steht Business Intelligence heute auch in der Cloud zur Verfügung. Auf diese Weise können Unternehmen Daten einfacher speichern, verarbeiten, visualisieren und nutzen, ohne hohe Investitionen in Soft- und Hardware tätigen zu müssen. Eine cloudbasierte BI-Lösung ist jederzeit und von überall aus erreichbar, sodass die Mitarbeiter Entscheidungen einfacher und schneller treffen können.

Einen ähnlichen Effekt hat die Verbindung von Business Intelligence mit künstlicher Intelligenz. Diese innovative Entwicklung hilft dabei, die strukturierten Daten besser zu verstehen. Künstliche Intelligenz kann dem Unternehmen Opportunitäten aufzeigen und gleichzeitig Maßnahmen vorschlagen, wie es diese in Übereinstimmung mit den wirtschaftlichen Zielen nutzen kann.

Anwendung von Business Intelligence im Unternehmensalltag

Um die Auswirkungen von Business Intelligence auf die Geschäftstätigkeit abschätzen zu können, sollte man wissen, wie sie dabei hilft, strategische Entscheidungen zu treffen.

So erleichtert BI strategische Entscheidungen

Vor allem zwei Komponenten von BI vereinfachen strategische Entscheidungsprozesse: Dashboards und Datenvisualisierung. Dashboards liefern Entscheidungsträgern Informationen über Key-Performance-Indikatoren (KPI), sodass sie die Entwicklung des Geschäfts verfolgen und mit den festgelegten strategischen Zielen abgleichen können.

Datenvisualisierung ist die grafische Darstellung dieser Indikatoren und anderer Informationen aus dem Dashboard. Damit verstehen Führungskräfte wie IT-Leiter oder Analysten die aktuelle Situation des Unternehmens besser und schneller und können mögliche Veränderungen antizipieren. Bei der Datenvisualisierung ist es zudem möglich, bestimmte Parameter (Zeit, geografische Zone, Alter …) zu verändern und so dynamische Analysen und Auswertungen zu erhalten.

Beispiel für den Einsatz von Business Intelligence

Business Intelligence kann zum Beispiel einem E-Commerce-Unternehmen dabei helfen, den Umsatz zu steigern. Die Sammlung, Auswertung und visuelle Darstellung von Nutzerdaten auf seiner E-Commerce-Plattform vermitteln verschiedenste Erkenntnisse.

Wenn das Unternehmen beispielsweise ein bestimmtes Produkt an Kunden unter 30 Jahre verkaufen will, kann es analysieren, welche Stückzahl davon in einer bestimmten Periode bereits an diese Zielgruppe verkauft wurde. Stellt sich heraus, dass ein großer Teil der anvisierten Kunden das entsprechende Produkt im Beobachtungszeitraum regelmäßig gekauft hat, kann man daraus schließen, dass dieser Kundenkreis sich tatsächlich für den Artikel interessiert. Diese Erkenntnis kann dazu genutzt werden, in passende Marketingaktionen zu investieren, um das Produkt gegenüber den Konsumenten unter 30 Jahren zu bewerben und so den Umsatz anzukurbeln. Stellt sich dagegen heraus, dass das bewusste Produkt vom anvisierten Kundenkreis nicht gekauft wurde, können die Entscheider auswerten, welcher Artikel dagegen von der Altersgruppe am meisten bestellt wurde und diesen dann in der Folge promoten.

Gleichzeitig kann analysiert werden, ob das ursprünglich für Kunden unter 30 Jahren vorgesehene Produkt vielleicht eher von älteren oder jüngeren Kunden nachgefragt wurde. Dank Business Intelligence weiß man am Ende also, ob das analysierte Produkt auf dem Markt Anklang findet. Ist das der Fall, können sich höhere Investitionen als sinnvoll erweisen. Insofern hilft Business Intelligence dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen und die Geschäfte intelligenter zu führen. 

Vorteile für kleine und große Unternehmen

Business Intelligence unterstützt stichhaltige Entscheidungen, sodass Unternehmen mit dieser Hilfe die Geschäftstätigkeit in die richtige Richtung steuern können. BI hilft darüber hinaus, die Produktivität zu verbessern, potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen und die Erwartungen der Kunden besser zu erfassen. Die Folge: zufriedenere Kunden, ein deutlich höherer Umsatz, eine bessere Rentabilität und ein größerer Marktanteil.

Business Intelligence (BI), auch Geschäftsanalytik genannt, umfasst alle Prozesse für das Sammeln, Analysieren und Bearbeiten von Rohdaten, die dabei helfen, fundierte Entscheidungen zu treffen.

Der Einstieg in Business Intelligence

Wenn Sie daran denken, im Bereich Business Intelligence tätig zu werden, sollten Sie dies nicht überstürzt tun.

Tipps, wenn Sie sich beruflich für BI interessieren

Zunächst sollten Sie die diversen Berufsfelder im Bereich Business Intelligence kennen. So gibt es beispielsweise Berufe wie BI-Entwickler, Data Analyst, Data Scientist, Data Engineer, Data Architect, BI-Consultant u. v. m. Sie sollten sich genau darüber im Klaren sein, welche Voraussetzungen die einzelnen Berufsbilder erfordern.

In der Regel wird ein abgeschlossenes Masterstudium in einem Fach wie Informatik, Statistik oder Informations- und Kommunikationstechnologie erwartet. Zudem sollten Sie berücksichtigen, welche Entwicklungsmöglichkeiten sich bieten, welche Arbeiten Sie im Tagesgeschäft erledigen müssen und welche Qualifikation notwendig ist, um einen Beruf im Bereich Business Intelligence auszuüben.

Ausbildung und notwendiges Know-how

Für eine Tätigkeit im Bereich Business Intelligence sollte man eine Ausbildung in einer qualifizierten Einrichtung absolvieren. Abschluss kann ein Master in Business Intelligence oder ein vergleichbares Diplom sein. Die Ausbildung sollte Ihnen auf jeden Fall das notwendige Know-how vermitteln, wie zum Beispiel:

●     Techniken für die Datenanalyse,
●     Datenbankmanagement und eine Datenbanksprache wie SQL,
●     den Umgang mit BI-Tools wie Oracle, SAP, Informatica,
●     umfassendes Wissen über die Architektur von Informationssystemen.

Zwingend notwendig sind zudem ausgezeichnete Englischkenntnisse im Bereich Technik, da die Sprache Shakespeares auf diesem Gebiet sehr verbreitet ist und viele Grundlagen und Literatur nur in Englisch vorliegen.

Schlussfolgerung

Business Intelligence ist ein leistungsfähiges Hilfsmittel für Unternehmen, die ihre zukünftige Entwicklung vorantreiben möchten. Der Analyseprozess entwickelt sich kontinuierlich weiter und integriert mittlerweile mobile Geräte, die Cloud und künstliche Intelligenz. All das hat die Möglichkeiten von BI kontinuierlich verbessert. Egal, ob Sie Business Intelligence in Ihrem Unternehmen einsetzen oder in diesem Bereich arbeiten möchten, informieren Sie sich zunächst umfassend darüber, wie Sie das volle Potenzial von BI nutzen können.

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Marielle Gantenberg

Marielle ist als Country Managerin verantwortlich für unsere DACH-Kunden. Sie unterstützt CIOs und HR-Leiter bei der Optimierung der Technologieakzeptanz und der Verbesserung von Geschäftsprozessen. Mit einer Leidenschaft für Innovation schreibt sie regelmäßig über Themen wie die Digitalisierung von HR-Prozessen und die Optimierung von ERP/CRM-Systemen. Entdecken Sie ihre Artikel im Blog von Goldfuchs Software für praktische Einblicke und maßgeschneiderte Lösungen für Ihre technologischen Herausforderungen.

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