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Digitale Müdigkeit: Was ist das? Wie überwindet man sie?

Die Integration von immer mehr digitalen Tools im Unternehmen ist wichtig, um die Zufriedenheit der Kunden auf Dauer zu gewährleisten. Gleichzeitig verbessert sich dadurch die digitale Kompetenz der Mitarbeiter. Der stete Umgang mit neuer Software geht jedoch nicht von heute auf morgen und kann im Laufe der Zeit zu einer steigenden informativen und kognitiven Belastung führen. Verbringt man nämlich zu viel Zeit vor dem Bildschirm, kann das energieraubend sein und andere Störungen verursachen. Das Syndrom wird digitale Müdigkeit, Digital Fatigue, genannt. Bei Goldfuchs Software erfahren Sie, was man unter dem Begriff versteht und welche Lösungsmöglichkeiten es im Zeitalter der Digitaltechnologie dafür gibt.

Was ist digitale Müdigkeit?

Die digitale Erschöpfung ist eine Geißel unserer heutigen Zeit: Der Erschöpfungszustand kann sich sowohl mental als auch physisch äußern. Er entsteht durch übermäßigen Umgang mit digitalen Technologien und Bildschirmen (Computer, Tablet, Smartphone). Ob beruflich oder privat bedingt: Die übermäßige Nutzung digitaler Tools belastet früher oder später den Organismus. An was erkennen Sie, ob Sie unter Digital Fatigue leiden?

Das Syndrom drückt sich durch mehrere Symptome aus, die oft in Kombination auftreten.

  • müde oder entzündete Augen,
  • Schlafstörungen, vor allem durch das von Bildschirmen ausgestrahlte Blaulicht,
  • häufige Kopfschmerzen,
  • Sehstörungen, unter anderem unscharfes Sehen,
  • Stress und Angst, die durch die Hyperkonnektivität verstärkt werden,
  • sinkende Motivation und ein Gefühl von Überdruss,
  • Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, nachzudenken, sich Dinge zu merken,
  • kognitive Erschöpfung durch die übermäßige Beanspruchung des Gehirns.

Wenn das Gehirn konstant von einer nicht enden wollenden Informationsflut überschwemmt wird, kann es sich nur schwer erholen. Die Folge ist ein regelrechter Erschöpfungszustand. Diese mentale Überlastung kann durch andere Formen von Stress verstärkt werden. Ein Beispiel dafür ist die Veränderungsmüdigkeit, die auftritt, wenn Menschen sich permanent an neue Abläufe, Tools oder Umgebungen anpassen müssen. Für das Wohlbefinden ist es daher wichtig, solche Warnsignale zu erkennen und mit passenden Strategien zu bekämpfen.

Die wichtigsten Gründe für Digital Fatigue

Digitale Müdigkeit tritt nicht „einfach so“ auf. Sie ist das Ergebnis einer Anhäufung schlechter Gewohnheiten und übermäßiger Zeit vor dem Bildschirm. Nonstop-Arbeit mit dem Computer, ein nicht enden wollender Eingang von Nachrichten, eine zu lange Nutzungsdauer von sozialen Medien u. v. m.: All das belastet Körper und Geist. Versteht man die Gründe für digitale Müdigkeit, ist das bereits ein erster Schritt zu ihrer Bekämpfung.

Hyperkonnektivität: Wenn „online sein“ zur Gewohnheit wird

Das Internet ist unser ständiger Begleiter geworden. Ob bei der Arbeit oder zu Hause, wir sind inzwischen ständig online. E-Mails, soziale Netzwerke, die Angst, eine wichtige Information zu verpassen: Vielen fällt es heute schwer, offline zu sein. Die Folge? Unser Gehirn wird konstant beansprucht, das Risiko der Digital Fatigue steigt.

Informationsüberflutung: Daten ohne Ende

Der unbegrenzte Zugang zu Informationen, den die neuen Technologien möglich machen, hat jedoch einen hohen Preis. Artikel, Videos, Werbung, Nachrichten … Selbst ohne es zu wollen, werden wir permanent mit Inhalten bombardiert, vor allem in den sozialen Medien. Zu viele Informationen führen allerdings gerade zum Gegenteil, nämlich zu Informationsverlust. Zudem ermüden sie das Gehirn, das diese Informationen gar nicht mehr alle verarbeiten kann.

Inhalte, die teilweise beängstigend und aufreibend sind

Wenn Sie online sind, haben Sie das, was Sie sehen, nicht immer unter Kontrolle. Fake News, negative Nachrichten, verbale Gewalt in den sozialen Netzwerken: Bestimmte Inhalte können Unbehagen erzeugen oder gar Stress und Angst auslösen. Langfristig beeinträchtigt dies alles das Wohlbefinden und verstärkt die digitale Müdigkeit.

Zahlen zur digitalen Müdigkeit

Es ist nachgewiesen, dass wir jeden Tag im Durchschnitt knapp 5 Stunden vor dem Bildschirm verbringen. Die Zahl zeigt, dass die meisten Deutschen ständig vernetzt sind und dass der übermäßige Informationskonsum die Ursache des Übels ist. Mehrere neuere Studien weisen darauf hin, dass die digitale Müdigkeit negative Auswirkungen für Unternehmen hat, ein Paradox im Zeitalter der digitalen Transformation.

  • Laut einer Untersuchung von PFL aus dem Jahr 2022 leiden 63 % der Mitarbeiter im Homeoffice unter diesem Problem. Etwa 55 % haben das Gefühl, von der Menge an digitalen Informationen überschwemmt zu werden.
  • Ein Bericht von CybSafe zeigt, dass 54 % der Büroangestellten Warnungen betreffend Cybersicherheit aufgrund der Informationsüberflutung nicht wahrnehmen. 47 % der Beschäftigten sind der Ansicht, dass sie aufgrund dieser Überflutung Bedrohungen (z. B. verdächtige E-Mails) nicht erkennen.
  • Die Studie Connectivity and Mobile Trends 2023 von Deloitte enthüllt, dass 38 % der Teilnehmer es nicht schaffen, die Zeit vor dem Bildschirm zu reduzieren. Diese Feststellung ist in der Altersgruppe zwischen 18 und 40 Jahren besonders ausgeprägt (53 %), bei älteren Menschen dagegen etwas abgeschwächt (29 %).
  • Laut LinkedIn setzt ein mittelständisches Unternehmen heute 112 SaaS-Anwendungen ein, eine Zahl, die gegenüber einer Erhebung aus dem Jahr 2020 um 40 % gestiegen ist. Dieses schnelle Wachstum hat dazu geführt, dass ein gewisser Überdruss gegenüber SaaS entstanden ist, was es für die betroffenen Mitarbeiter schwierig macht, die Tools effizient zu nutzen.

Welche Möglichkeiten gibt es, digitale Müdigkeit zu bekämpfen?

Die gute Nachricht ist, dass man die digitale Erschöpfung in Grenzen halten kann, indem man sowohl bei der Arbeit als auch im Privatleben einige einfache Dinge berücksichtigt. Bildschirmzeit reduzieren, Pausen einplanen, den Umgang mit der Technologie überdenken …: Es gibt einige Möglichkeiten, Augen und Gehirn zu schonen.

Im Tagesverlauf immer wieder Pausen einlegen

Ob zu Hause oder bei der Arbeit, es ist wichtig, regelmäßig Pausen einzulegen, um die Bildschirmzeit zu begrenzen. Man sollte nicht stundenlang nur auf den Bildschirm starren. Es ist sinnvoll, nach 15 Minuten die Augen vom Bildschirm abzuwenden und einige Sekunden in die Ferne zu schauen. Je nach Arbeitssituation kann man dabei gleichzeitig eine gymnastische Übung oder Augenyoga machen. Wenn die Arbeit den kontinuierlichen Umgang mit einem Computer oder Tablet erfordert, versuchen Sie, wenigstens in der Mittagspause den Bildschirm zu ignorieren. Abends vor dem Schlafengehen gehören Tablet und Smartphone ebenfalls in die Schublade.

Mitarbeitererfahrung verbessern

Bestimmte Umstände sorgen dafür, dass Mitarbeiter noch schneller an digitaler Müdigkeit erkranken. Das ist beispielsweise bei Neuantritt einer Stelle oder bei der Einführung neuer digitaler Tools der Fall. In diesen kritischen Phasen muss der Arbeitnehmer viele Informationen aufnehmen und sich mit neuen Arbeitsmethoden vertraut machen. Die kognitive Belastung kann zu viel werden, vor allem, wenn man im Homeoffice arbeitet.

Für eine gelungene Integration von Mitarbeitern sollten Unternehmen auf ein situationsgerechtes Digital Learning setzen: E-Learning-Module, die auf das Tempo der einzelnen Mitarbeiter abgestimmt sind, zielgerichtete Schulungsunterlagen usw. Digital-Adoption-Lösungen helfen Unternehmen, die Akzeptanz neuer Tools zu beschleunigen und digitaler Erschöpfung vorzubeugen.

Bildschirmzeit kontrollieren

Generell sollte jeder darauf achten, wie viel Zeit er eigentlich vor dem Bildschirm verbringt und wie er seine digitalen Tools nutzt. Folgende Fragen sind dabei unter anderem hilfreich:

  • Wie viel Zeit verbringe ich täglich vor dem Bildschirm?
  • Habe ich bereits eine Sehschwäche und muss eine Brille tragen?
  • Kann ich mehrere Stunden ohne Bildschirm sein?

Die Antworten auf diese Fragen helfen dabei, herauszufinden, ob man unter Digital Fatigueleidet oder gar bildschirmsüchtig ist. Handelt es sich bereits um eine Bildschirmsucht, sollte man seinen Hausarzt oder einen Facharzt für Suchtkrankheiten konsultieren und die Entwöhnung von der Internetsucht in Angriff nehmen.

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Marielle Gantenberg

Marielle ist als Country Managerin verantwortlich für unsere DACH-Kunden. Sie unterstützt CIOs und HR-Leiter bei der Optimierung der Technologieakzeptanz und der Verbesserung von Geschäftsprozessen. Mit einer Leidenschaft für Innovation schreibt sie regelmäßig über Themen wie die Digitalisierung von HR-Prozessen und die Optimierung von ERP/CRM-Systemen. Entdecken Sie ihre Artikel im Blog von Goldfuchs Software für praktische Einblicke und maßgeschneiderte Lösungen für Ihre technologischen Herausforderungen.

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