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Einführung in das Enterprise Asset Management (EAM)

Enterprise Asset Management (EAM) spielt eine zentrale Rolle im Rahmen des Asset-Lifecycle-Managements in Unternehmen. Es geht dabei um mehr als um vorbeugende Instandhaltung, denn es umfasst auch Aspekte wie strategische Planung, datenbasierte Entscheidungsfindung und die Optimierung der Betriebsleistung. EAM ist für moderne Unternehmen ein entscheidender Hebel, um den Wert der Vermögenswerte zu maximieren und die mit ihnen verbundenen Kosten zu reduzieren. In diesem Artikel erhalten Sie Antworten auf Fragen, die häufig über dieses äußerst wichtige Thema gestellt werden.

1. Was versteht man unter Enterprise Asset Management (EAM)?

Unter Enterprise Asset Management (EAM) versteht man die Verwaltung der betrieblichen Vermögenswerte. Es handelt sich um einen Ansatz, mit dem man das Management aller Assets einer Organisation optimiert – und das während ihres ganzen Lebenszyklus. Betroffen sind alle Arten von Vermögenswerten, von Ausrüstungsgegenständen und Anlagen, über Fahrzeuge und Informationstechnologie, bis hin zu anderen Ressourcen, die jedes Unternehmen für seine operative Tätigkeit benötigt. EAM umfasst Prozesse wie strategische Planung, Akquisition, effiziente Nutzung, präventive Wartung, Reparaturen sowie den Ersatz oder die Außerbetriebsetzung der Assets. Das ultimative Ziel besteht darin, den Wert der Assets zu erhöhen und gleichzeitig Kosten zu senken und Risiken zu minimieren.

2. Worin besteht der Unterschied zwischen EAM und CMMS?

Es ist naheliegend, Enterprise Asset Management mit IT-Systemen wie einem Computerized Maintenance Management System, also einem computergestützten Wartungsmanagementsystem, gleichzusetzen. Sieht man sich die beiden Systeme jedoch genauer an, stellt man schnell fest, dass zwischen EAM und CMMS entscheidende Unterschiede bestehen.

Ein CMMS kann als Teilaspekt des viel umfassenderen Enterprise Asset Managements betrachtet werden. Es zentralisiert Informationen, um die Wartungs- und Instandhaltungsprozesse zu vereinfachen oder gar zu automatisieren. Eine CMMS-Software ist auf die Optimierung der Instandhaltungsprozesse fokussiert, indem sie präventive Wartungsarbeiten sowie Reparaturen plant und überwacht. Das System ist auf drei Bereiche ausgerichtet:

  • eine längere Lebensdauer der Assets,
  • die Reduzierung unvorhergesehener Stillstandszeiten,
  • eine höhere Zuverlässigkeit der Ausrüstungsgegenstände.

Enterprise Asset Management basiert jedoch auf einem viel breitgefassteren Ansatz, der den gesamten Lebenszyklus von Assets abdeckt, von der Akquisition bis zur Entsorgung. Dazu gehören strategische Planung, Kostenmanagement, Instandhaltung, die Einhaltung gesetzlicher Auflagen und andere Aspekte in Zusammenhang mit den Assets. EAM schließt zudem Prozesse wie den Umgang mit Risiken, das Treffen strategischer Entscheidungen sowie die Leistungsoptimierung ein.

3. Welches sind die wichtigsten Zielsetzungen von Enterprise Asset Management?

EAM-Tools helfen einem Unternehmen dabei, mehrere Ziele zu erreichen. Diese können in verschiedene Kategorien eingeteilt werden.

Strategische Ziele

EAM verbessert den Umgang mit den Vermögenswerten und trägt auf diese Weise zur Optimierung der Unternehmensleistung bei. Das Ziel besteht darin, die operative Effizienz zu verbessern und die Auslastung der Assets zu optimieren. Ist das Asset Management an den strategischen Zielen ausgerichtet, so hilft dies dem Unternehmen, seine zentrale Mission und die globale Vision umzusetzen.

Finanzielle Ziele

Was die finanzielle Seite angeht, so trägt Enterprise Asset Management zur Kostenreduzierung und Optimierung der getätigten Investitionen bei. Durch EAM sollen diese Investitionen auf mehrere Arten optimiert werden:

  • indem die Rentabilität der Assets eingeschätzt wird,
  • indem Ersatzinvestitionen zum richtigen Zeitpunkt geplant werden,
  • indem die Lebensdauer der Assets verlängert wird, sofern dies wirtschaftlich zu rechtfertigen ist.

Diese Strategien tragen zu einer effizienteren Finanzplanung bei und maximieren den Wert der Assets.

Operative Ziele

Im operativen Bereich soll Enterprise Asset Management gewährleisten, dass die Assets dann verfügbar sind, wenn man sie benötigt, damit die Betriebstätigkeit nicht unterbrochen wird. Die Gewissheit, dass die Assets den geltenden Sicherheitsvorschriften und gesetzlichen Regelungen entsprechen, unterstützt die Betriebssicherheit.

4. Wie funktionieren Enterprise-Asset-Management-Systeme?

Die Funktionsweise einer EAM-Lösung beruht auf mehreren Grundprinzipien, die gemeinsam einen integrierten Ansatz für das Asset Management bilden.

Alle Informationen in Zusammenhang mit den Assets werden dokumentiert und in der Software gespeichert. Administratoren können Modifikationen vornehmen oder Berichte generieren. EAM-Tools stützen sich oft auf IoT-Daten und liefern auf diese Weise sehr präzise Informationen über die Ausrüstungsgegenstände, was das Asset Management in allen Abschnitten ihres Lebenszyklus erleichtert.

Planung und Terminierung der Arbeitsprozesse werden durch die EAM-Tools abgewickelt, was die Umsetzung optimiert und die Prozesse beschleunigt. User können Bestellungen und Aufträge mithilfe von Diagrammen visualisieren und haben Zugang zu Auftragsdetails sowie den damit verbundenen Erfordernissen.

Darüber hinaus stehen zahlreiche andere Features zur Verfügung:

  • Finanzmanagement,
  • Reporting und Analyse,
  • Arbeitskräftemanagement,
  • Verwaltung der MRO-Gütern …

Zu den beliebtesten Lösungen auf dem Markt zählen IBM Maximo, SoftExpert EAM, Infor CloudSuite EAM, Fortia und Hector.

5. Welche Rolle spielt das Asset-Lifecycle-Management im Rahmen von EAM?

Der Lebenszyklus von Assets ist ein fundamentaler Aspekt im Rahmen des Enterprise Asset Managements (EAM). Dazu gehören die Prozesse, um die Assets zu beschaffen, zu lagern, in der entsprechenden Umgebung zu nutzen und während der gesamten Lebensdauer sinnvoll zu warten. Ein Team ist dafür zuständig, den Zustand und die Nutzung jedes Vermögenswerts mithilfe verschiedener Methoden zu überwachen.

Der Lebenszyklus eines Vermögenswertes besteht aus vier zentralen Phasen:

  • Planung,
  • Akquisition (Beschaffung),
  • Betrieb und Unterhalt,
  • Entsorgung am Ende des Lebenszyklus.

Der Lebenszyklus der Assets ist deshalb so wichtig für das Enterprise Asset Management, weil die Organisation dadurch die Ressourcen optimal verwalten kann. Wenn ein Unternehmen den Umgang mit Anlagen und Ausrüstungsgegenständen gut beherrscht, kann es den Wert der Assets maximieren, Kosten und Risiken reduzieren und strategische Entscheidungen treffen.

6. Welche Unterstützung leistet EAM für Risikomanagement und Entscheidungsfindung?

Enterprise Asset Management bietet einen globalen Überblick über den Zustand und die Leistungsfähigkeit der Assets. Auf diese Weise haben die Unternehmensverantwortlichen die Möglichkeit, Risiken zu erkennen und einzuschätzen. Das System beinhaltet auch Tools für die präventive Wartung. Diese helfen, Risiken durch Ausfälle zu senken und Störungen wichtiger Prozesse (z. B. in der Produktion) zu minimieren. Da EAM-Systeme dazu in der Lage sind, Normen und Regelungen automatisch zu überwachen, ist die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen besser gewährleistet.

Parallel dazu liefert Enterprise Asset Management Informationen, die die strategische Richtung vorgeben, sodass Entscheidungen einfacher getroffen werden können. Die analytischen Features von EAM-Systemen basieren oftmals auf IoT (Internet of Things). Dadurch lassen sich die Rentabilität der Assets sowie die mit ihnen verknüpften Wartungskosten besser einschätzen, was wiederum eine gute Basis ist, um fundierte Investitionsentscheidungen zu treffen. EAM-Tools stellen Dashboards in Echtzeit zur Verfügung, die einen guten Überblick über die Leistungsfähigkeit der Assets sowie die Risiken, die mit ihnen verknüpft sind, bieten.

7. Welche Branchen profitieren am meisten von Enterprise Asset Management?

Die Implementierung von Enterprise Asset Management ist vor allem in bestimmten Branchen von großem Nutzen. Dazu gehören alle Sektoren, deren Produktivität entscheidend von den Vermögenswerten abhängt. Zu den Branchen, die am meisten von EAM profitieren, gehören:

  • die herstellende Industrie,
  • die Energiebranche,
  • öffentliche Dienste …

Im Gesundheitsbereich ist EAM ausschlaggebend, um medizinische Ausrüstung und Geräte sowie Krankenhausinfrastrukturen zu verwalten. EAM-Software, die in medizinischen Einrichtungen eingesetzt wird, unterstützt die Planung präventiver Wartungsarbeiten und gewährleistet die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen. Gleichzeitig wird die Verfügbarkeit der Ausrüstungsgegenstände optimiert.

8. Wie kann EAM industrielle Prozesse optimieren?

Enterprise Asset Management spielt eine zentrale Rolle bei der Optimierung industrieller Abläufe. Mit seiner Hilfe können Instandhaltung und Wartung auf der Basis konkreter Daten strategisch geplant werden. Dadurch verhindert man ungeplante Stillstandszeiten, verlängert die Lebensdauer der Ausrüstungsgegenstände und senkt gleichzeitig die Kosten, die durch notfallmäßige Reparaturen verursacht werden.

EAM-Software automatisiert die Überwachung der für die Instandhaltung benötigten Ersatzteile und Betriebsstoffe und vereinfacht so die Lagerwirtschaft. Das stellt sicher, dass die notwendigen Teile auch vorhanden sind, wenn sie gebraucht werden. Auf der anderen Seite werden unnötige Lagerbestände vermieden.

Enterprise Asset Management ist zudem hilfreich für ein gutes Personalmanagement, da beispielsweise die Aufgaben der Techniker besser geplant und Interventionen optimal terminiert werden. Die Mitarbeiter können je nach der erforderlichen Qualifikation und den Prioritäten effizienter für die verschiedenen Aufgaben eingesetzt werden.

9. Was sind die wichtigsten Informationen über Enterprise Asset Management?

Enterprise Asset Management gilt als unverzichtbares Tool für die internen Prozesse von Unternehmen. Die Hauptvorteile liegen in reduzierten Instandhaltungs- und Wartungskosten, einer optimierten Performance, geringeren Risiken und der Sicherheit, dass die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. EAM liefert Unternehmen bessere Entscheidungsgrundlagen und ermöglicht es, die mit den Vermögenswerten verbundenen Risiken besser im Griff zu behalten. Im Zuge der Weiterentwicklung im Bereich Technologie und dem stets steigenden Konkurrenzdruck sollte sich jede Organisation auf dieses Hilfsmittel stützen, um die Rentabilität zu sichern.

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Marielle Gantenberg

Marielle ist als Country Managerin verantwortlich für unsere DACH-Kunden. Sie unterstützt CIOs und HR-Leiter bei der Optimierung der Technologieakzeptanz und der Verbesserung von Geschäftsprozessen. Mit einer Leidenschaft für Innovation schreibt sie regelmäßig über Themen wie die Digitalisierung von HR-Prozessen und die Optimierung von ERP/CRM-Systemen. Entdecken Sie ihre Artikel im Blog von Goldfuchs Software für praktische Einblicke und maßgeschneiderte Lösungen für Ihre technologischen Herausforderungen.

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