Es liegt in der Natur eines Unternehmens, dass es immer wieder zu Organisationsänderungen kommt und dass regelmäßig neue Projekte umgesetzt werden. Für die Mitarbeiter können derartige Veränderungen verwirrend sein. Um ein Unternehmen bei solchen Prozessen zu begleiten, hat Kurt Lewin ein Modell entwickelt, das in mehreren Phasen abläuft. Richtig angewendet können die Mitarbeiter mit dem 3-Phasen-Modell von Lewin ihre Stärken bündeln und der Veränderungsprozess kann besser gesteuert werden. Nachfolgend erfahren Sie mehr über das 3-Phasen-Modell von Kurt Lewin, mit dem Sie Ihr Unternehmen durch Veränderung zum Erfolg führen.
Definition des Modells von Lewin
Der Spezialist für Sozialpsychologie Kurt Lewin entwickelte in seinen Arbeiten einen besonderen Ansatz für den Umgang mit Veränderungen. Aufgrund seiner deutschen Wurzeln waren seine Ansätze vom aufkommenden Nationalsozialismus in seiner Heimat geprägt.
Bereits im Alter von 19 Jahren begann der spätere Psychologe sich für das Verhalten innerhalb von Gruppen zu begeistern. In seinen Ausführungen über Veränderungsmanagement nutzt Lewin die Metapher eines Eisblocks, der in drei Etappen verwandelt wird.
Lewin beschreibt dabei in seinen Arbeiten, in denen demokratisches Verhalten immer einen hohen Stellenwert hat, die aktuelle Situation eines Unternehmens als würfelförmigen Eisblock. Die verschiedenen Phasen seines Modells sollen den Veränderungsprozess verdeutlichen, in dessen Verlauf der Eisblock eine andere Form erhält.
- Unfreeze (oder defreeze) besteht darin, den Mitarbeitern verständlich zu machen, dass eine Umgestaltung notwendig ist und dass dies für jeden Einzelnen eine Verhaltensänderung bedeutet.
- Change entspricht der Einführung der Neuerung und den damit verbundenen neuen Verhaltensweisen bei der Arbeit.
- Refreeze (oder recristallisation) ist die Phase, in der sich die Neuerung in den Gewohnheiten der Einzelnen und der Gesamtheit der Beschäftigten verankert hat. Es wird sichergestellt, dass kein Widerstand gegen die Veränderung mehr besteht.
Das Modell von Kurt Lewin basiert auf den Werten Toleranz und Freiheit und hat sich in Unternehmen bei der Einführung von Veränderungen bewährt. Es ist ideal, um im Rahmen des Veränderungsmanagements den Widerstand der Mitarbeiter auf ein Minimum zu reduzieren.
Wie der Name schon sagt, besteht das Modell von Kurt Lewin aus mehreren Phasen. Wenn Sie mit Lewins Modell und seiner Theorie der Gruppendynamik Veränderungen erfolgreich durchsetzen möchten, müssen Sie die einzelnen Phasen einhalten. Jeder dieser Schritte ist wichtig, um Neuerungen im Unternehmen wirklich zu verankern.
Die Unfreeze-Phase
Bei der Anwendung des Lewin-Modells beginnt man zunächst damit, sich die Notwendigkeit der Veränderung und deren Ausmaß bewusst zu machen. Das Verhalten der Individuen der Gruppe, also der einzelnen Mitarbeiter, wird analysiert, um problematische Punkte auf jeder Stufe zu erkennen.
Anschließend beginnt die Kommunikation gegenüber der Belegschaft, wobei Zuhören ein sehr wichtiger Faktor ist. Die Mitarbeiter müssen so weit gebracht werden, dass sie verstehen, warum das geplante Vorhaben des Unternehmens berechtigt ist.
Um die Kommunikation zu untermauern, kann man sich auf die Analysedaten stützen. Auf diese Weise wird der Widerstand gegenüber der Neuerung abgebaut und das Unternehmen kann die nächste Phase in Angriff nehmen.
Die Change-Phase
Der Change-Phase des Veränderungsprozesses fällt als Bindeglied zwischen den beiden anderen Phasen eine entscheidende Rolle zu.
In dieser Phase des Veränderungsprojektes sind die Führungsqualitäten ausschlaggebend, um die Situation angemessen zu beherrschen. Freiheit war für Kurt Lewin immer ein wesentliches Element, vor allem im Rahmen seines 3-Phasen-Modells. Daher ist es naheliegend, diesen Aspekt zu berücksichtigen und allen Gruppenmitgliedern die Möglichkeit zu geben, sich auszutauschen und die eigene Meinung zum Ausdruck zu bringen.
Nehmen Sie immer wieder Kontakt mit den einzelnen Mitarbeitern auf, um sie zu bestärken und sinnvoll zu informieren – jedoch ohne zu übertreiben. Im Fokus muss dabei das Ziel stehen, dass die Mitarbeiter der Veränderung positiv gegenüberstehen.
Die Refreeze-Phase
Die Refreeze-Phase schließt den Prozess des Change-Managements ab. Jetzt geht es darum, dass die Neuerung im Unternehmen dauerhaft akzeptiert wird. Es ist sinnvoll, das erworbene Know-how auf die Probe zu stellen, um sicherzustellen, dass die bisherigen Anstrengungen nicht umsonst waren.
Mehr denn je muss das demokratische Prinzip innerhalb der Mitarbeitergruppe durch interne Marketingmaßnahmen hervorgehoben werden. Die neuen Verhaltensweisen müssen Teil der Unternehmenskultur werden, damit bei jedem Individuum ein starkes persönliches Engagement entsteht.
Es ist prioritär, die in den vorherigen Phasen eingeführten Veränderungen so zu verankern, dass diese für alle Mitarbeiter zur Gewohnheit werden. Es gibt mehrere Beispiele von bekannten Unternehmen, beispielsweise Nissan, die mit diesem Modell erfolgreich Veränderungen umgesetzt haben.
Für Sie als Unternehmensleiter ist das Modell von Kurt Lewin ein hilfreiches Tool, das Ihnen in vielen Fällen als Leitfaden dienen kann.



