Ein strukturiertes Weiterbildungsprogramm zu erarbeiten, kann Kopfzerbrechen bereiten. Ziele festlegen, Tools auswählen, Evaluation antizipieren: Da kann man sich schnell verzetteln. Doch glücklicherweise gibt es Hilfsmittel wie das Dick-und-Carey-Modell. Dabei handelt es sich um eine methodische Vorgehensweise, wie man effiziente Schulungskonzepte entwickelt, die den Bedürfnissen der Lernenden entsprechen. Die zehn genau umrissenen Phasen bieten einen präzisen Rahmen, der dennoch Raum für Flexibilität lässt. Bei Goldfuchs Software erfahren Sie mehr über das Prinzip des Modells sowie über seine Vorteile und Hürden.
Was versteht man unter dem Dick-und-Carey-Modell?
Das Dick-und-Carey-Modell ist eine systematische Methode, die die Planung von Schulungen vereinfacht. Es wurde in den 1970er-Jahren von Walter Dick und Lou Carey entwickelt und splittet die Konzeption von pädagogischen Konzepten in zehn miteinander verknüpfte Phasen auf. Dahinter steht die Vorstellung, dass alle Elemente miteinander interagieren und so ein kohärentes Ganzes bilden. Schwerpunkte des Modells sind unter anderem eine Bedürfnisanalyse, messbare Ziele und passende Beurteilungstools.
Fachleute dieses Bereichs schätzen den Ansatz besonders wegen seines methodischen und progressiven Vorgehens. Die Möglichkeit, die Lernfortschritte während des ganzen Prozesses zu überprüfen und laufend Anpassungen vorzunehmen, garantiert, dass die Schulungen auf einer soliden Grundlage basieren und dass Aktivitäten, Ziele und Bewertungen (summative Evaluation) kohärent sind. Der Instruktionsdesigner, also der didaktische Experte, kann mit dem Dick-und-Carey-Modell eine strukturierte Lernumgebung schaffen, die eine optimale Fortbildung der Lernenden ermöglicht.
Die 10 Phasen des Dick-und-Carey-Modells
In der Praxis gliedert das Dick-und-Carey-Modell den Prozess in klare Teilschritte auf: von der Festlegung der Lernziele bis hin zur abschließenden Kontrolle. Der Einbezug verschiedener Aspekte garantiert effiziente Lernfortschritte, mit denen die angestrebten Ziele erreicht werden. Eine gelungene Umsetzung des Dick and Carey Instructional Design Model basiert auf folgenden Phasen:
- Pädagogische Ziele (Instructional Goals) identifizieren
- Vorhandenes Wissen analysieren (Instructional Analysis)
- Lernende und Kontext analysieren
- Lernziele definieren
- Bewertungsinstrumente entwickeln
- Lernstrategie (Instructional Strategy) erstellen
- Unterrichtsmaterialien (Instructional Materials) bestimmen und entwickeln
- Lernaktivitäten konzipieren und organisieren
- Formative Beurteilung (Formative Evaluation) durchführen
- System überarbeiten und verbessern
Mit diesem sukzessiven Prozedere werden alle Aspekte einer Fortbildung sorgfältig geplant, bevor diese umgesetzt wird. Das Dick-und-Carey-Modell ist im Gegensatz zu anderen Modellen für didaktische Konzepte detaillierter aufgebaut und basiert auf einer kontinuierlichen Überprüfung und wiederholten Anpassungen. Instruktionsdesigner können dadurch umfassende Kurse für die Lernenden entwickeln, zum Beispiel im Rahmen von E-Learning.
Welche Vorteile bietet das Dick-und-Carey-Modell?
Abgesehen davon, dass alle Bestandteile des Fortbildungsprogramms logisch verknüpft sind, fördert das Dick-und-Carey-Modell den natürlichen Lernfortschritt. Die Methode garantiert eine optimale Kohärenz zwischen den Unterrichtszielen, den Lernmethoden sowie den Bewertungen. Mit ihrer Hilfe können personalisierte Lernprozesse erstellt werden. Vor allem für Onlinekurse, bei denen die Autonomie der Lernenden ein wichtiges Element ist, ist das von Vorteil.
Durch den strukturierten Ablauf des Modells ist es einfacher, Missstände zu erkennen und gezielt zu beheben. Die Rückmeldungen der Zielgruppen werden analysiert, um die Unterrichtsmaterialien und Beurteilungsmethoden zu verbessern. Dadurch reduziert sich das Risiko von Fehlschlägen – ein positiver Faktor für die Rentabilität der Weiterbildungsmaßnahme. Das Modell ist effizient und dadurch ein Tool, das sich für komplexe Projekte eignet. Mit der methodischen Vorgehensweise lassen sich viele Vorhaben planen und durchführen. Es garantiert, dass sich die Zielgruppe Wissen effektiv aneignet (Effective Learning).
Mit welchen Hürden ist das Dick-und-Carey-Modell verbunden?
Die Umsetzung des Dick-und-Carey-Modells setzt von der anfänglichen Bedürfnisanalyse bis hin zur abschließenden Bewertung Investitionen voraus. Jeder Schritt muss gut dokumentiert und validiert werden, was den Prozess verlangsamen kann. Für Projekte, die Zeitzwängen unterworfen sind, kann dieser strenge methodische Rahmen eine echte Bremse sein. Zudem eignet sich der Ansatz nicht unbedingt für Projekte mit kleinem Ausmaß.
Da das Dick-und Carey-Modell komplex ist und alle Phasen des Prozesses gut beherrscht werden müssen, setzt es umfassendes Know-how in Instruktionsdesign voraus. Die Instruktionsdesigner müssen nicht nur die zugrunde liegenden Prinzipien in der Theorie verstehen, sondern sie in verschiedenen Lernsituationen umsetzen können. Das ist möglicherweise eine Hürde für Organisationen, die nicht über Mitarbeiter mit einer derartigen Expertise verfügen. Lesen Sie einen Leitfaden über Instruktionsdesign, um mehr über gängige Modelle und zielführende Ansätze und ihre Hürden zu erfahren. Und vor allem darüber, wie Sie die Hürden überwinden.
Eignet sich das Dick-und-Carey-Modell für Ihr Unternehmen?
Das Dick-und-Carey-Modell zeichnet sich durch ein detailliertes Prozedere und eine strenge Methodik aus. Das ADDIE-Modell (Analyse, Design, Development, Implementation und Evaluation) bietet dagegen einen flexibleren Rahmen. Es ist einfach umzusetzen und für unterschiedliche Projekte geeignet, vor allem wenn diese schnell umgesetzt werden sollen. Das Modell SAM (Successive Approximation Model) setzt dagegen auf schnelle Iterationen und Agilität.Berücksichtigen Sie für Ihre Entscheidung Faktoren wie die Komplexität des Projektes, Zeitzwänge, verfügbare Ressourcen und das Know-how der verantwortlichen Mitarbeiter. Der Reifegrad des Unternehmens hinsichtlich Instruktionsdesign ist ein weiterer Parameter, den Sie einbeziehen sollten.



