Die Personalabteilung ist eine der Stützen jedes Unternehmens. Das gilt umso mehr, wenn sich dieses im Wachstum befindet. Während der HR-Bereich früher weitgehend mit administrativen Aufgaben sowie der Verwaltung von Büros und Talenten in Verbindung gebracht wurde, hat die Coronaviruskrise gezeigt, dass die Mitarbeiter im Personalwesen eine unglaubliche Anpassungsfähigkeit besitzen müssen. Plötzlich sind sie als Strategen und Vermittler mit viel Einfühlungsvermögen gefragt, die sowohl Manager als auch die Mitarbeiter online anleiten und ad hoc Lösungen finden müssen, um das Personal bei der Stange zu halten und zu motivieren. Homeoffice, neue Vorgehensweisen, Personalbeschaffung und virtuelles Onboarding gehören heute zu ihrem Arbeitsalltag. Daher führt quasi kein Weg mehr an der Einführung eines leistungsfähigen HR-Systems vorbei, das die Informationen über die Beschäftigten zentralisiert. Expandierende Unternehmen haben somit keine Wahl und müssen auch im Bereich HR die digitale Transformation einleiten, um mit den Veränderungen, die ihre wertvollste Ressource – nämlich ihre Mitarbeiter – betreffen, Schritt halten zu können.
Allerdings stellen sich jeder neuen Technologie gewisse Hürden in den Weg. Da die digitale Transformation im Personalbereich heutzutage wichtig für jede zukunftsorientierte Organisation ist, muss die Einführung eines HR-Systems zwingend mit Veränderungsmanagement auf Unternehmensebene begleitet werden.
In diesem Artikel erfahren Sie, welches die 4 größten Hürden sind, die Sie bei der Implementierung eines HR-Systems überwinden müssen. Beginnen wir aber zunächst mit der Software als solche.
Was ist ein HR-System?
In dem Maße, wie sich die Funktion des Personalwesens verändert, steigen auch die Anforderungen an eine Softwareunterstützung. Grundsätzlich gibt es drei Ansätze, mit denen man das Tagesgeschäft dieses Bereiches automatisieren kann.
- HRIS: Mit einem Human Resource Information System (kurz HR-System) verwaltet man alle Daten in Verbindung mit den Mitarbeitern. Das beginnt mit Informationen im Bereich Personalbeschaffung und reicht über das Talentmanagement bis hin zur Skalierbarkeit und zur Compliance mit der internen Personalpolitik. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, ab 25 Mitarbeitern ein HR-System einzuführen.
- HCM: Ein System für das Human Capital Management ähnelt dem HR-System. Es erleichtert strategische HR-Aufgaben wie Personalbeschaffung, Payroll, berufliche Fortbildung sowie Leistungsbeurteilungen.
- HRMS: Ein Human Resource Management System fasst die Features einer HRIS-Software und eines HCM-Systems in einer einzigen Anwendungssuite zusammen.
Für was auch immer Sie sich entscheiden, das Wesentliche ist, dass Sie die Herausforderungen, die mit der Softwareakzeptanz verbunden sind, meistern. Nur dann gelingt die erfolgreiche Einführung des HR-Systems.
Die Software allein ist nicht alles
Eine Software wird erst dann zu einer veritablen Lösung für ein Unternehmen, wenn die Anwender sie akzeptieren. Erreichen kann man das durch Schulungen und praktische Anwendung. Ein HR-System muss heute zweckmäßig, verständlich und erreichbar sein, wo auch immer die User sich befinden. Dazu kommt, dass es eine Vielzahl von Usern mit unterschiedlichsten Profilen gibt, die sich unter anderem durch ihre digitale Kompetenz, ihre geografische Lokalisierung und ihre Autonomie unterscheiden.
Goldfuchs Software bietet Ihnen durch die Integration einer Digital Adoption Platform eine umfassende Begleitung für HR-Systeme aller Art (z. B. SAP SuccessFactors, Cornerstone, Workday oder Sage). Sehen wir uns nun aber an, welche wesentlichen Hürden sich der Akzeptanz eines Personalinformationssystems möglicherweise in den Weg stellen.
4 Herausforderungen, die Sie überwinden müssen, wenn Sie ein HR-System einführen
Um mögliche Probleme der User im Umgang mit einer Software zu antizipieren, zu verhindern oder zu lösen, ist es wichtig, die Hürden zu kennen, die eine Softwareakzeptanz unter Umständen erschweren.
1. Unzureichendes Veränderungsmanagement
Sie haben beschlossen, in ein neues HR-System zu investieren. Abgesehen von den technischen Problemen, die Sie lösen müssen, betrifft die größte Veränderung den Menschen. Ohne flexible und anpassungsfähige Arbeitskräfte, die an eine Kultur der Veränderung gewöhnt sind, können selbst kleinste Umstellungen ein Sandkorn im Getriebe der Unternehmensabläufe sein. Wie kann man dies verhindern? Jedes Projekt für die Einführung eines HR-Systems muss durch Change Management begleitet werden; die Mitarbeiter müssen im Mittelpunkt aller Aktivitäten stehen.
- Kohärente Kommunikation: Beziehen Sie die Mitarbeiter von Anfang an ein. Werten Sie Rückmeldungen aus, um ihre Bedürfnisse sowie bestehende Probleme zu erfassen und so das HR-System zu optimieren.
- Unterstützung durch die Unternehmensleitung: Die Implementierung eines neuen Tools muss immer von der Führungsriege unterstützt werden. Sie kann erheblich zur Motivation der Mitarbeiter beitragen.
- Pflege einer Veränderungskultur: Veränderungen werden besser akzeptiert, wenn Wandel Bestandteil der Unternehmenskultur ist und jedem bewusst ist, dass sich aus Veränderungen konkrete Vorteile ergeben können.
- Personalisierbare Schulung: Schulen Sie die Mitarbeiter mithilfe einer digitalen Adoptionsplattform, denn damit können Sie personalisierbare und maßgeschneiderte Schulungsinhalte erstellen.
Wenn Sie die Einführung bereits bei der Planung auf die Mitarbeiter ausrichten, steigt die Erfolgswahrscheinlichkeit um 12 %. Erfolgreiche Organisationen lassen ihren Beschäftigten die Freiheit, neue Lösungen und Ideen auszuprobieren, stecken aber gleichzeitig Grenzen ab, um Entgleisungen zu vermeiden. (Quelle: Gartner, 2020)
2. Manager und Mitarbeiter im HR-System schulen
Jeder in Ihrem Unternehmen wird das HR-System nutzen. Allerdings sind die Profile unterschiedlich, ebenso wie der konkrete Zweck und die Häufigkeit. Das HR-System muss also allen Vorteile bieten und die Zusammenarbeit zwischen Personal und Personalleitung vereinfachen, damit es wirklich effizient ist.
Führungskräfte
Die Verwaltung der Mitarbeiter kostet Manager viel Zeit. Mit standardisierten Prozessen können sie viele Stunden, vielleicht sogar Tage pro Jahr einsparen, die sie ansonsten für die Genehmigung von Anträgen ihrer Mitarbeiter aufwenden müssten. Abwesenheiten prüfen? Performance im Auge behalten? Schulungen im Learning Management System (LMS) überwachen? Führungskräfte, die im HR-System geschult sind, können solche Abläufe rationeller ausführen und administrative Tätigkeiten in Bezug auf ihre Mitarbeiter an einem einzigen Ort abwickeln. Dadurch sparen sie Zeit, die ihnen dann für operative Aufgaben zur Verfügung stehen.
Mitarbeiter
Mit dem Employee Self Service (ESS) – frei übersetzt Mitarbeiter-Selbstbedienung – können Mitarbeiter administrative Dinge selbstständig und einfach abwickeln. Ein anstehender Arztbesuch? Ein Urlaubsantrag? Spesenabrechnungen? Schluss mit aufwendigen Papierformularen oder E-Mails, um solche Anträge zu stellen, auf die man unter Umständen nicht einmal eine Antwort erhält. ESS vereinfacht langwierige und kostenintensive Prozesse, reduziert Eingabefehler und verbessert die Effizienz. Vorausgesetzt natürlich, der User wurde im Umgang mit dem System geschult.
HR
Das Personalwesen muss immer den Überblick über das Unternehmen und die Performance der Mitarbeiter haben. Werden bei der Einführung eines HR-Systems jedoch so wichtige Faktoren wie Veränderungsmanagement und Schulung vernachlässigt, kann das weitreichende Folgen haben:
- Widerstand gegen Veränderungen
- Eingabefehler
- Zunahme der Supportanfragen
- Vernachlässigung des Tools
Ein HR-System ohne ausreichende Schulung einzuführen, kann negative Auswirkungen auf den Personalbereich, die Führungskräfte, die Finanzen sowie auf die Mitarbeiter selbst haben. Veränderungsmanagement und Schulung sind unverzichtbare Faktoren für eine gelungene Projektumsetzung.
🦊 Ein Tipp von Goldfuchs Software: Schulen Sie die Mitarbeiter direkt im HR-System
Ob Cornerstone, SAP SuccessFactors, Workday oder eine andere Software: Die digitale Adoptionsplattform von Goldfuchs Software unterstützt Ihre Mitarbeiter während des gesamten Lernprozesses. Mit ihr können Sie:
- die User mithilfe einer Sammlung interaktiver Anleitungen direkt im HR-System schulen – und zwar wenn sie Bedarf haben;
- durch schrittweise Unterstützung eine nachhaltige User Experience schaffen;
- über kontextbezogene Benachrichtigungen und Tipps (Warnung, News, Updates der Software) direkt über das HR-System kommunizieren.
3. Ein Self-Service-Portal einrichten
Eine entscheidende Grundlage für ein effizientes HR-System ist die Motivation der Mitarbeiter. Das gilt sowohl für die Qualität der Daten als auch für einen selbstständigen Umgang mit dem Tool. Aber ist es wirklich „nur“ ein Tool? In der Praxis sparen alle Beteiligten durch die geringere Abhängigkeit von der Personalabteilung Zeit, da die Daten zentral verfügbar sind, sodass eine klare und aktuelle Übersicht über Lohn- und Gehaltszahlungen, Abwesenheiten, gewährte Vergünstigungen, Vorgehensweisen, Leitlinien und vieles mehr gegeben ist.
Ein HR-System vermittelt den Beschäftigten das Verständnis für Unternehmenswerte, strategische Ziele und die globale Unternehmensstruktur.
Eine Studie hat ergeben, dass 66 % der Mitarbeiterkündigungen auf Probleme mit der Motivation, der Kultur, dem Wohlbefinden sowie auf eine fehlende Balance zwischen Beruf und Privatleben zurückzuführen sind.
(Quelle: Onboarding Statistics, B2B Reviews)
Wird im Rahmen des HR-Systems ein Self-Service-Portal eingeführt, kann jeder Mitarbeiter sein Profil regelmäßig selbst verwalten. Für eine mittlere oder große Organisation im Wachstumsprozess sind diese vordergründig einfachen HR-Prozesse die Basis für ein optimales HR-Management. Laut einer Analyse von 587 HR-Projekten haben 16 % der Unternehmen ein HR-System eingeführt, um ihr Wachstum zu sichern.
4. Interaktive Schulung für seltene Nutzer
Eine der größten Hürden bei der Einführung eines HR-Systems sind Nutzer, die es nur selten verwenden. Grundsätzlich greifen zwar alle Mitglieder einer Organisation auf das HR-System zu, allerdings nicht zwangsläufig täglich. Es gibt Anwender, die nur von Zeit zu Zeit Bedarf haben, beispielsweise, um eine Abwesenheitsmeldung zu machen, einen Urlaubsantrag zu stellen, die Gehaltsabrechnung einzusehen usw. Eine seltene Nutzung kann jedoch Probleme nach sich ziehen, so zum Beispiel:
- Eingabefehler
- Mehr Supportanfragen
- Zeitverlust, um Fehler zu korrigieren
Und die Folgen davon können sogar noch viel weiter gehen, denn die fehlende Akzeptanz des Tools kann dessen Effizienz beeinflussen. Eine Möglichkeit, diese Probleme zu vermeiden, besteht in einer interaktiven Schulung, die in das HR-System integriert ist. Dies gilt umso mehr, wenn die Software nur selten genutzt wird.
Ob HR-System, ERP-Software, CRM-Tool, anwenderspezifische Software oder interne Anwendung: Die interaktive Schulung mithilfe einer integrierten digitalen Adoptionslösung ist ein unverzichtbares Hilfsmittel, um solche Projekte erfolgreich umzusetzen.
🦊 Ein Tipp von Goldfuchs Software: Schulen Sie die Anwender mit integrierten interaktiven Anleitungen
Mit Goldfuchs Software können Sie:
- durch interaktive Schulungen direkt in der Software eine nachhaltige Akzeptanz herbeiführen;
- bei Bedarf Instrumente zur Selbstschulung anbieten und so den Supportbedarf reduzieren;
- die User beim Lernprozess unterstützen und gleichzeitig Fehler und Zeitverlust reduzieren.
Ein HR-System einzuführen ist ein wichtiger Schritt für Unternehmen, die mit dem digitalen Zeitalter Schritt halten wollen. Allerdings beschränkt sich diese Aufgabe nicht auf die Installation der Software als solche, sondern setzt darüber hinaus ein gut durchdachtes Veränderungsmanagement, effiziente Schulungen und eine geeignete Strategie voraus, um die Akzeptanz durch die Anwender zu fördern.



